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WordPress 7 und KI: Was sich für Sie als Website-Betreiber ändert

Illustration: Eine Redakteurin prüft am Laptop eine Bildbeschreibung, die ihr ein Roboter vorschlägt

Seit Version 7.0 kann WordPress von sich aus mit KI-Diensten zusammenarbeiten. Ihre Redaktion bekommt auf Wunsch Vorschläge im Editor, und KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude können über eine Schnittstelle direkt auf Ihre Website zugreifen. Eingeschaltet ist davon nichts, solange Sie es nicht einrichten. Bevor Sie das tun, lohnt ein Blick auf die Daten, die dabei Ihre Website verlassen.

Was WordPress 7 mitbringt

WordPress 7.0 ist am 20.05.2026 erschienen, Version 7.1 am 19.08.2026. Beide Versionen bauen die technische Grundlage für KI in WordPress ein: eine Verbindung zu KI-Anbietern und ein Verzeichnis, in dem die Website beschreibt, welche Aufgaben ein KI-Assistent dort erledigen darf. Version 7.2 ist für Dezember 2026 geplant.

Zeitleiste der KI-Bausteine in WordPress: 6.9 (2025) Abilities API, 7.0 vom 20.05.2026 mit KI-Client, Connectors-Bildschirm und Befehlspalette, 7.1 vom 19.08.2026 mit Prüfschritten, 7.2 geplant für den 08.12.2026 mit Datenzugriff und Secrets API
KI-Bausteine in WordPress von 6.9 bis 7.2. Quelle: WordPress.org, Stand 28.10.2026

Für Ihre Redaktion gibt es dazu das kostenlose KI-Plugin des WordPress-Projekts. Es schlägt zum Beispiel Alternativtexte für Bilder, Auszüge, Meta-Beschreibungen und Übersetzungen vor, und jede Funktion wird einzeln eingeschaltet. Die Vorschläge sparen Zeit. Prüfen muss sie trotzdem jemand aus Ihrem Team, denn ein Modell sieht, was auf einem Bild ist, aber nicht, warum es an dieser Stelle steht.

Einen KI-Dienst bringt das Plugin nicht mit. Sie installieren zusätzlich ein Verbindungs-Plugin für einen Anbieter, zum Beispiel OpenAI, Google oder Anthropic, und hinterlegen dort einen eigenen API-Schlüssel. Die Kosten rechnet der Anbieter nach Nutzung ab. Das WordPress-Projekt bezeichnet das Plugin als experimentell und empfiehlt, es zuerst auf einer Testumgebung auszuprobieren.

Neu ist außerdem, dass KI-Assistenten Aufgaben auf Ihrer Website übernehmen können, etwa Inhalte abfragen oder einen Entwurf anlegen. Dafür gibt es das Plugin MCP Adapter, ebenfalls vom WordPress-Projekt. MCP steht für Model Context Protocol, eine gemeinsame Sprache, über die KI-Programme mit anderen Systemen sprechen. Der Assistent arbeitet dabei mit den Rechten des Benutzerkontos, über das er angemeldet ist.

Welche Daten dabei Ihre Website verlassen

Eine WordPress-Website enthält immer personenbezogene Daten, auch wenn sie nur ein Blog ist. In jeder Installation stehen die Namen und E-Mail-Adressen Ihrer Redakteurinnen und Redakteure. Ein Onlineshop mit WooCommerce enthält zusätzlich die Daten Ihrer Kundschaft: Namen, Adressen, Bestellungen.

Ein KI-Assistent, der über eine MCP-Schnittstelle mit Ihrer Website arbeitet, sieht alles, was sein Zugang erlaubt, und schickt diese Daten an den Anbieter, der ihn betreibt. ChatGPT, Claude und die meisten anderen bekannten Dienste gehören zu US-Unternehmen, und die Daten werden in der Regel in den USA verarbeitet. Für ChatGPT Enterprise und die Programmierschnittstelle lässt sich bei OpenAI inzwischen eine Speicherung in Europa wählen.

Was Sie als Unternehmen dafür brauchen

Sobald ein KI-Dienst in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, brauchen Sie mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, kurz AVV, nach Art. 28 DSGVO. OpenAI schließt ihn für ChatGPT Business, ChatGPT Enterprise und die Programmierschnittstelle ab, Anthropic für die geschäftlichen Angebote von Claude und die Programmierschnittstelle. Für die Übermittlung in die USA braucht es zusätzlich eine Grundlage nach Kapitel V der DSGVO. OpenAI und Anthropic standen bei Prüfungen im Herbst 2026 nicht auf der Liste des EU-US Data Privacy Framework, ihre Verträge setzen auf Standardvertragsklauseln. Dazu gehört eine eigene Bewertung, ob die Daten in den USA ausreichend geschützt sind. Das KI-Plugin von WordPress nutzt mit dem API-Schlüssel die Programmierschnittstelle. Ob der AVV dafür automatisch gilt oder eigens abgeschlossen werden muss, regelt jeder Anbieter anders. Prüfen Sie das vor dem ersten Einsatz.

Dazu gehört die Dokumentation. Die Nutzung des KI-Dienstes gehört in Ihr Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, und in Ihrer Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen, der TOM-Liste, sollte stehen, wer KI-Dienste anbinden darf und auf welche Daten sie zugreifen. Arbeitet der Dienst mit Daten Ihrer Kundschaft, gehört er auch in Ihre Datenschutzerklärung, Ihre Beschäftigten informieren Sie intern. Seit Februar 2025 verlangt die KI-Verordnung außerdem, dass Beschäftigte, die mit KI-Systemen arbeiten, ausreichend geschult sind.

Warum ein kostenloses Konto nicht reicht

Für die kostenlosen Konten bei ChatGPT und Claude gibt es keinen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, und Sie bekommen auch keinen. Der Anbieter verarbeitet die Daten dort als eigener Verantwortlicher, nicht in Ihrem Auftrag. Dasselbe gilt für die privaten Bezahltarife wie ChatGPT Plus oder Claude Pro. Sie laufen unter Verbraucherbedingungen, und der Anbieter darf Ihre Eingaben dort zum Training der Modelle verwenden. Anthropic tut das bei Claude seit Herbst 2025 standardmäßig, solange Sie nicht widersprechen. Bei kostenlosen Diensten bezahlen Sie mit Ihren Daten, und die deutschen Datenschutzbehörden raten deshalb, die dienstliche Nutzung privater Konten zu untersagen.

Für die Arbeit mit Redakteurs- oder Kundendaten kommt deshalb nur ein geschäftlicher Tarif mit AVV infrage oder ein Anbieter, der in der EU verarbeitet.

Wie wir das bei vektorrausch handhaben

Wir nutzen KI jeden Tag, beim Programmieren, bei der Vorbereitung von Texten und in der Recherche. Die direkte Anbindung an WordPress nutzen wir bisher nicht. Wir bereiten unsere Inhalte parallel vor und pflegen sie von Hand in WordPress ein. Dieser Ablauf funktioniert gut, und wir behalten so die Kontrolle darüber, welche Daten wohin gehen. Was sich bei WordPress rund um KI gerade entwickelt, beobachten wir genau.

Was Sie jetzt tun sollten

Bringen Sie Ihre Website zuerst auf den aktuellen Stand. Am 28.10.2026 hat WordPress mit Version 7.1.4 mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Klären Sie danach, ob Ihre Redaktion die KI-Funktionen wirklich braucht, welche Daten dabei Ihre Website verlassen und ob Vertrag und Dokumentation dazu passen. Ziehen Sie dafür Ihre Datenschutzbeauftragte hinzu. Erst dann lohnt es sich, eine Funktion einzuschalten.

Wie wir WordPress-Websites bauen und aktuell halten, steht auf unserer Seite zur WordPress-Agentur.

Häufige Fragen

Ist KI in WordPress 7 automatisch eingeschaltet?

Nein. WordPress 7 bringt die technische Grundlage mit, nutzt aber keinen KI-Dienst, solange Sie keinen verbinden. Die Vorschläge für die Redaktion kommen über ein eigenes Plugin, und dort schalten Sie jede Funktion einzeln ein. Ohne diese Schritte arbeitet Ihre Website wie bisher.

Brauche ich einen AVV, wenn ich nur öffentliche Texte mit KI bearbeite?

Für Texte ohne personenbezogene Daten in der Regel nicht. Sobald ein KI-Dienst aber Zugriff auf Ihre Website bekommt, sieht er meist auch Benutzerkonten mit Namen und E-Mail-Adressen, im Shop zusätzlich Kundendaten. Dann brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Im Zweifel klären Sie das mit Ihrer Datenschutzbeauftragten.

Muss ich die KI-Funktionen nutzen, um in KI-Antworten sichtbar zu bleiben?

Nein. Für die Sichtbarkeit bei Google und in KI-Antworten zählt, dass Ihre Seiten sauber aufgebaut sind: klare Überschriften, vollständige Alternativtexte, strukturierte Daten. Die KI-Funktionen können dabei helfen, etwa beim Nachtragen fehlender Alternativtexte, ersetzen aber keine sorgfältige Redaktion.


Transparenzhinweis: Für diesen Beitrag haben wir KI zur Recherche und für Rohfassungen einzelner Abschnitte eingesetzt. Fachliche Aussagen, Zahlen und Empfehlungen stammen von uns. Redaktionell geprüft und freigegeben von Tobias Herold. Wie wir KI einsetzen und wann eine Kennzeichnung Pflicht ist, steht auf unserer Seite zur KI-Transparenz.



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