Shopware – unser neuer Shop-Liebling

Nachdem wir fast sieben Jahre Magento favorisierten und zahlreiche Onlineshops damit realisiert haben, kam mit Magento 2.0 die Ernüchterung. Auch wenn mit der Version 2.1 viele Fehler behoben wurden, bleibt ein fader Beigeschmack. Man fühlte sich als Entwickler mehrere Monate ziemlich allein gelassen, die Informationspolitik von Magento ließ in der ersten Jahreshälfte 2016 zu wünschen übrig.

Aus der Notwendigkeit heraus befassten wir uns wieder mit der deutschen Alternative Shopware und waren von Anfang an sehr angetan. Als Mitte 2016 dann die Version 5.2 erschien, war die Begeisterung groß. Seitdem werden Subshops nicht mehr extra berechnet und viele wichtige Premiumfunktionen gehören zum Standardumfang der kostenlosen Community Version.

Shopware vs. Magento – Erfahrungen nach einem Jahr Praxis

In den letzten eineinhalb Jahren haben wir rund zehn Webshops mit Shopware umgesetzt.

Der auffälligste Unterschied ist die Ausrichtung von Shopware auf den deutschen Markt. Da Shopware in Deutschland, genauer gesagt in Schöppingen/NRW, entwickelt wird, überrascht dies auch nicht weiter. Während man bei Magento viele Dinge erst zeitaufwendig integrieren und bei jedem Update besonders berücksichtigen muss, ist Shopware bereits Out-of-the-box ziemlich perfekt. Für kleine Shops und Einsteiger reicht dies meistens sogar schon aus.

(Fast) alles kostet Geld

Wenn man Shopware erweitern möchte, wird es allerdings kostspielig. Nahezu jede Extension kostet jährlich Lizenzgebühren. Dies ist allerdings bei Magento 2.0 auch nicht anders. Die Zeiten, in denen alles kostenlos war, sind vorbei. Während viele Entwickler in der Vergangenheit noch versucht haben über Spenden-Buttons oder einmalige Bezahlung, ihre Arbeit zu finanzieren, so sind die meisten mittlerweile ernüchtert in der Realität angekommen.

Die Entwicklung von Software und die Notwendigkeit der dauerhaften Pflege macht Arbeit, die honoriert werden muss. Speziell bei Onlineshops gilt, wer mit dem Internet Geld verdient, sollte auch bereit sein, dafür Geld auszugeben. Wir finden es nur fair, dass man die Entwickler deswegen unterstützt. Und langfristig ist es auch wirtschaftlich sinnvoll, da man als Betreiber sicher gehen kann, dass die Software gepflegt und aktualisiert wird – und man nicht nach einem Jahr die Onlineshop-Plattform oder eine spezielle Erweiterung kostspielig austauschen muss.

Planungssicherheit durch Transparenz

Der Support seitens Shopware und die Unterstützung im Forum sind sehr gut. Man fühlt sich als Shopentwickler nicht so alleine gelassen, wie dies in der Vergangenheit bei Magento häufig der Fall war. Es gibt eine offzielle Roadmap, in der die nächsten Entwicklungsschritte angekündigt und langfristige Visionen skizziert werden. Diese Offenheit und Transparenz der shopware AG ist vorbildlich.

Fazit

Die Erfahrungen nach einem Jahr sind durchweg positiv. Auch wenn Magento mittlerweile wieder Boden gut gemacht hat, die Frage nach der Wahl des Shop-Systems stellt sich für uns im Augenblick nicht mehr. Warum mit Magento erneut Risiken eingehen, wenn man sie mit Shopware vermeiden kann?

Wir sind gespannt, wie sich beide Systeme mittelfristig entwickeln. Wir betreuen immer noch eine größere Anzahl von Magento 1.6-1.9 sowie einige Magento 2.0-Shops, so dass wir die Entwicklung hautnah mitbekommen. Magento müsste sich enorm anstrengen, um den Vertrauensverlust der letzten Monate auszugleichen und technisch einen Vorsprung gegenüber Shopware heraus zu holen.

Bis dahin steht unser Shop-Favorit fest: Shopware

 

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