Seit dem 13. März ist die Community-Erweiterung für das bekannte Redaktionssystem WordPress nun in der vorläufigen, stabilen Endversion 1.2.2.1 verfügbar. Die Zwischenversionen seit der Veröffentlichung hatten noch diverse Fehler, so dass wir vom Einsatz in Produktivseiten bisher noch Abstand genommen hatten. Nach gut einer Woche mit diversen Tests, einigen Updateerfahrungen und persönlichem Feinschliff an Übersetzungen und CSS, sind die Erwartungen hoch, wie das System bei Mitgliedern und Moderatoren ankommt.
Facebook für jedermann
Optisch ändert sich sich nichts im Vergleich zur Betaversion, hier halten sich die Entwickler stark an das große Vorbild Facebook. Im Gegensatz zu klassischen Foren, bei denen der Diskurs der Mitglieder im Vordergrund steht, organisieren sich diese bei Buddypress eher in Interessengruppen und präsentieren sich auf den persönlichen Profilseiten.
Schon bei der Vorgängerversion gab es ein Plugin, welches eine Schnittstelle zwischen Facebook und einer Buddypress-Community herstellte. Durch die Erweiterung müssen sich Mitglieder nur einmal einloggen und sind automatisch bei beiden Plattformen angemeldet. Diese Funktionalität würde auch gut zu den Plänen von Facebook passen, zum Single-Sign-In-Anbieter zu werden. Eine entsprechende Verlinkung zwischen Facebook und der Test-Community der Buddypress-Entwickler existiert übrigens schon.
Auch ein Forum
Die Forenfunktionalität hat Buddypress von bbpress geerbt. Auch wenn man auf den ersten Blick nichts mehr an die schlanke Forensoftware erinnert, so sind im Code doch große Teile übernommen worden.
Für die Mitglieder klassischer Foren bedeutet dies eine Umorientierungsphase, da die Organisation der Beiträge und Antworten auf den ersten Blick etwas chaotisch erscheinen kann, besonders wenn die Beitragstexte sehr kurz ausfallen. Nach der Eingewöhnung und wenn man seine persönlichen Interessengruppen gefunden hat, wird die Orientierung immer intuitiver.
Speziell die Filterfunktionen, die überall zur Verfügung stehen, ermöglichen es dem Benutzer schnell die „neuesten“, „kürzlich aktualisierte“ oder einfach „beliebtesten“ Beiträge im jeweiligen Bereich zu finden.
Und falls man einmal Informationen zu einem Mitglied sucht oder ihm eine private Nachricht schicken möchte, klickt man einfach auf seinen Namen oder sein Avatarbild.
Erste Erfahrungen
Wie bei allen Foren und Communities sind auch bei Buddypress die Spammer ein leidiges Thema. Hier hilft bisher nur das aufmerksame Beobachten der Neuregistrierungen und das konsequente Einschreiten der Moderatoren. Jede Buddypress-Installation bietet zu diesem Zweck die Möglichkeit dauerhaft einzelne Benutzer als Spammer zu markieren sowie die Führung einer Speerliste, um ganze Domainräume von der Plattform zu bannen.
Die vorhandene Funktionalität macht Spaß, besitzt im aktuellen Stadium aber noch kleinere Mängel, die jedoch nicht dramatisch sind und nicht vom Einsatz abschrecken sollten. Um funktional zu Facebook aufzuschließen, fehlen Buddypress eigentlich nur noch wenige Bausteine. Es ist aber absehbar, dass diese in Kürze durch zusätzliche Plugins, ähnlich wie bei WordPress, erweiterbar sind.
